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Biologische Vielfalt

„Jeder Mensch hängt vollständig von den Ökosystemen der Erde ab sowie von den Leistungen und Gütern, den ‚Ökosystemdienstleistungen‘, die sie bereitstellen (...)“
So heißt es im „Millennium Ecosystem Assessment“, einer von der UN in Auftrag gegebenen Studie zur Zukunft der Natur, an der weltweit Hunderte Wissenschaftler arbeiteten. Diese Aussage verdeutlicht:
Die biologische Vielfalt, zu denen auch die Ökosysteme zählen, ist für unser Leben essenziell.
 

Die Stiftung setzt sich daher dafür ein ...

  • die biologische Vielfalt in Stadt und Land zu fördern.
  • die Stadt-Land-Beziehung zu stärken.
  • den Austausch von Naturschutzforschung und Naturschutzpraxis zu intensivieren.
  • ökonomische Vorteile des Naturschutzes sichbar zu machen.
  • Wirtschaft, Kommunen und Privatleute zu ermutigen, biologische Vielfalt zu erhalten.

Die Stiftung unterstützt die "Charta Zukunft Stadt und Grün"

Charta Zukunft Stadt und Grün
© Die grüne Stadt
Die Stiftung trägt zusammen mit circa 50 weiteren Unterstützern die Charta Zukunft Stadt und Grün.

Die Unterzeichner kritisieren, dass Politik und Verwaltung die Chancen auf eine zukunftsgerechte Stadtentwicklung durch lebendiges Grün vielfach ungenutzt lassen und damit den Wunsch der Bürger(innen) nach mehr "Stadtgrün" ignorieren.
 
Forderung: Die Städtebauförderung muss auf regionaler, kommunaler und Bundesebene neu ausgerichtet werden.

Globale Entwicklung der politischen Aktivitäten

Zum Schutz der biologischen Vielfalt finden internationale Konferenzen statt und es werden Konventionen beschlossen. Hier sind wichtige politische Aktivitäten und Entwicklungen dargestellt - angefangen mit dem Londoner Artenschutzabkommen im Jahr 1933 bis hin zu Artenschutz-Bemühungen in jüngster Zeit.

1933: Londoner Artenschutzabkommen

Das „Londoner Artenschutzabkommen“ war der erste internationale Ansatz, um sich dem Thema Artenschutz anzunehmen. Es wurde von neun Mitgliedstaaten unterzeichnet, die sich für den Schutz von 42 Arten verpflichteten. Die meisten dieser Arten zählten zum afrikanischen Großwild. Das Abkommen belief sich im Großen und Ganzen auf Jagd- und Exportbeschränkungen der zu schützenden Arten.

1948: Gründung der Weltnaturschutzunion (IUCN)

Den Namen „IUCN“ erhielt die Union erst im Jahr 1956. Zuvor war sie unter dem Namen „IUPN“ (Internationale Union für den Schutz der Natur) gegründet worden. Zu Beginn zählte sie 56 Mitgliedstaaten. Aktuell sind 208 Staaten und staatliche Stellen Mitglieder der IUCN (Stand: 21.09.2020). Bereits seit der Gründung setzt sich die Union für den Naturschutz ein und hatte auch damals eine erste „Liste der bedrohten Arten“ entworfen. Bis heute haben sich die Reichweite und das Aufgabenfeld der Union ausgeweitet. Neben der regelmäßig veröffentlichten „Roten Liste“ und der Ausweisung von Schutzgebieten ist auch das Umweltrecht ein wichtiges Aufgabenfeld der IUCN.

1972: Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen

Im Jahr 1972 fand die erste Konferenz der Vereinten Nationen mit dem Schwerpunkt „Umweltpolitik“ statt. Grundlage war, dass eine Verbesserung der Lebensumstände aller nur mit dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage gegeben sei. Vertreter aus 113 Staaten nahmen an der Konferenz teil und bekannten sich dabei zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Hinblick auf Umwelt- und Naturschutzbelange. Die Konferenz in Stockholm führte zum „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro im selben Jahr.

1973: Konvention für internat. Handel mit bedrohten Arten der wilden Flora und Fauna (CITES) oder Washingtoner Artenschutzabkommen (WA)

Einen ersten Entwurf für „CITES“ gab es im Jahr 1964 auf einem Treffen der IUCN. Beschlossen wurde die Konvention im Jahr 1973 von 80 Länder-Vertretern im Rahmen des Washingtoner Artenschutzabkommen. CITES ist eine Konvention, die Richtlinien für den Handel mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten bereitstellt, um das Überleben dieser Arten in freier Wildbahn zu sichern. Inzwischen sind 183 Vertragsparteien Mitglied bei CITES (Stand: 21.09.2020).

1992: Erdgipfel in Rio de Janeiro

Der „Erdgipfel“ der Vereinten Nationen baute auf der Konferenz aus dem Jahr 1972 in Stockholm auf. Hier unterzeichneten 192 Staaten die UN-Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD). Sie ist das zentrale politische Dokument für den Schutz der Biodiversität, auf das sich die Bemühungen auf den verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Ebenen beziehen. Die „Agenda 21“ als Aktionsprogramm für neue Umwelt- und Entwicklungspartnerschaften zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ist das zentrale Ergebnis der Konferenz.

1997: Konferenz Rio + 5

Fünf Jahre nach dem „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro wurde in New York eine Generalsonderversammlung einberufen, zu der 60 Staats- und Regierungschefs kamen. Es wurde eine Bilanz der zuvor vereinbarten Ziele gezogen und die bisherige Umsetzung der „Agenda 21“ bewertet.

2002: Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung

Zehn Jahre nach dem „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro wurde in Johannesburg der „Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung“ einberufen. Dabei wurde nicht nur Bilanz gezogen, sondern auch ein neuer Aktionsplan verabschiedet. Die Teilnehmenden der Konferenz betonten erneut, dass ein politisches Einwirken auf Klima- und Ressourcenschutz für eine soziale und ökologische Globalisierung notwendig ist und bleibt.

2007: Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt wurde am 07.11.2007 beschlossen. Sie dient dazu, das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt auf nationaler Ebene umzusetzen. Die Strategie enthält über 300 Qualitäts- und Handlungsziele, um die Biodiversität zu fördern beziehungsweise zu schützen.

2011: EU-Biodiversitätsstrategie

Die Europäische Kommission veröffentlichte im Jahr 2011 eine EU-Biodiversitätsstrategie, mit der sie bis 2020 den Verlust der biologischen Vielfalt stoppen will. Die Strategie enthält Einzelziele für sechs Themenbereiche, die mit konkreten Maßnahmen erreicht werden sollen. Bereits im Jahr 2007 verabschiedete die deutsche Bundesregierung die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“. Die Strategie benennt rund 330 Ziele und rund 430 Maßnahmen und soll bis zum Jahr 2020 gelten. Zur Umsetzung der Strategie wurde unter anderem das Förderprogramm „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ aufgelegt.

2012: Konferenz für nachhaltige Entwicklung Rio + 20

Zum 20-jährigen Jubiläum des „Erdgipfels“ fand eine weitere UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro statt. Erneut wurde sich zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsprinzipien bekannt. Außerdem wurden wichtige Weichen gestellt, um die noch nicht erreichten Ziele weiterzuverfolgen. Das Konzept der „grünen Ökonomie“ als Wirtschaftsmodell mit Blick auf Umweltbedürfnisse wurde vorgestellt. Darüber hinaus wurde der Beschluss für global gültige Nachhaltigkeitsziele und für das Aufwerten von UN-Umweltprogrammen gefasst.

2015: Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung – Agenda 2030

Im Jahr 2015 unterzeichneten alle 193 Mitgliedssaaten der UN die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. In der Agenda sind 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zusammengefast, die alle politischen Bereiche einbeziehen. Ein bedeutender Teil der Ziele ist dabei an den Umweltschutz geknüpft, so etwa das Ziel 11 für „Nachhaltige Städte und Gemeinden“.

Weiterführende Informationen

Was ist Biodiversität?

Eine kurze Einführung dazu gibt das Video von "WissensWerte":

Biodiversität und Gentechnik

Mit der Gene Drive Technologie könnten zukünftig wildlebende Tier- und Pflanzenpopulationen oder Arten gentechnisch verändert, ausgetauscht oder gar ausgerottet werden. So öffnen sich neue Dimensionen der menschlichen Eingriffsmöglichkeiten in die Natur - mit einer Unzahl an Risiken. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat hierzu eine Online-Konferenz mitgeschnitten:

Broschüre "Biologische Vielfalt – Die Grundlage unseres Lebens"
Herausgeber: Bundesumweltministerium

Broschüre "Biologische Vielfalt – der Reichtum unserer Erde"
Herausgeber: Bundesumweltministerium

Themenheft "Durch Umweltschutz die biologische Vielfalt erhalten"
Herausgeber: Bundesumweltministerium

52 Tipps für die biologische Vielfalt
Herausgeber: Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission

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Strategien, Positionspapiere, Stellungnahmen, Berichte

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2007)

Positionspapier: Wälder im Klimawandel – Mehr Anpassungsfähigkeit durch mehr Vielfalt
Herausgeber: Bundesamt für Naturschutz (2020)

Positionspapier: Auswirkungen von Glyphosat auf die Biodiversität
Herausgeber: Bundesamt für Naturschutz (2018)

Positionspapier: Großschutzgebiete, Biodiversität und räumliche Planung
Herausgeber: Akademie für Raumforschung und Landesplanung (2016)

Positionspapier: Naturschutz und Landnutzung
Herausgeber: Deutscher Naturschutzring (2016)

Stellungsnahme zum Thema "Biodiversiät und Klima" im Umweltausschuss
Herausgeber: Bundesamt für Naturschutz (2020)

Bericht zur Lage der Natur in Deutschland
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2020)

Indikatorenbericht 2014 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2015)

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Petitionen

Bienen und Bauern retten!

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